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Euroumbau
Bild: Münzprüfer eines mechanische Banditen (Hersteller: Aristocrat)
Um die Umbaumöglichkeiten und deren Alternative für die Auszahlung richtig zu verstehen, ist es wichtig zu wissen, wie ein mechanischer Bandit auszahlt. Vereinfacht gesagt, sind alle Münzen im Inneren des Gerätes gestapelt und im Falle eines Gewinnes wird ein bestimmter Teil dieses Stapels seitlich herausgezogen. Dies wird von den sogenannten Münzschiebern übernommen. Die meisten Geräte verwendeten das gleiche Gewinnschema: 3Münzen, 5Münzen, 10Münzen, 14Münzen und 18Münzen und brauchen daher 5 Münzschieber, mit der jeweiligen Schieberhöhe von 3Münzen, 2Münzen, 5Münzen, 4Münzen und 4Münzen. Ein 14 Münzen Gewinn wurde also durch gleichzeitiges Betätigen der unteren 4 Münzschieber ausgezahlt (3+2+5+4=14). Legt man in einen 4er Schieber nun entsprechende Euromünzen, passen durch die größere Dicke nur 3 Münzen hinein. Ein Stapel aus 18 50-Cent Euromünzen ist ca. 0.7 cm höher als der entsprechende Stapel mit DM Stücken. Will man die Anzahl der auszuzahlenden Münzen also beibehalten, muss man alle (!) Münzschieber in passender Dicke neu anfertigen, was allerdings ohne entsprechende Werkzeuge eher schwierig sein dürfte.
Bild: Stapelmünzröhre und Münzschieber (Hersteller: Aristocrat) Dazu kommt, dass der gesamte Platzbedarf für die Schiebermechanik deutlich steigt, und diese Lösung daher in einigen Geräten aus Platzmangel enfällt. Die Alternative für diesen extrem aufwendigen Umbau ist einfach: alles so lassen wie es ist. Die Auszahlung entspricht dann allerdings nicht mehr dem Gewinnplan, aus einem Gewinn von 18DM Münzen wird meistens einer von 14 50-Cent Münzen, aber diese Problem lässt sich elegant umgehen, indem man den Gewinnplan entsprechend anpasst. Da diese meistens aus einem Stück Pappe hinter einer Glasscheibe besteht, kann man ihn einfach scannen, entsprechen ändern und wieder ausdrucken. Da es dummerweise vorkommt, dass dann bei einem 2 Münzen Gewinn ab und zu drei Münzen ausgezahlt werden, sollte man auf dem Münzschild immer den garantiert ausgezahlten Gewinn vermerken, alles andere kann beispielsweise mit einer "Mystery" Gewinnerhöhung erklärt werden. Wenn dies vernünftig gemacht wird, wird kaum jemand den Unterschied sehen. Lässt man die Schiebermechanik im Originalzustand, verringert sich allerdings auch Gesamtauszahlquote des Gerätes. Auch das sehe ich nicht als grosses Problem an, den diese Geräte dürfen sowieso nur noch privat verwendet werden. Sehr häufig ist bei derartigen Umbauten Improvisationsgeschick gefragt und man sollte sehr genau wissen, was man sich selber auf diesem Gebiet zutraut und was nicht. Stümperhafte Arbeit und der irreversible Umbau von Originalteilen sind dem Wert eines solchen Gerätes nicht unbedingt förderlich. Im Zweifel sollte man das Gerät lieber nicht ändern. Elektro-mechanische Geräte
Bild: Standardmünzprüfer in einem elektro-mechanischem Bandit (Hersteller: Bally) Aber auch hier sollte beachtet werden, das die Euromünzsorte der ursprünglich verwendeten in der Größe möglichst ähnlich sein sollte. Die größere Dicke macht unter Umständen einige leichtere Modifikationen des Münzlaufweges erforderlich (meistens mit einer Feile zu erledigen) Auch die Auszahlung bereitet kaum Schwierigkeiten. Bei den elektro-mechanischen Geräten wurden fast ausschließlich Hopper verwendet, die zwar auch dimensionelle Einschränkungen für die gewünschte Münzart beinhalten, aber sehr einfach, wenn auch nur in begrenztem Rahmen einstellbar sind. Bei dieser Art der Auszahlung spielt die Dicke einer Münze nur eine untergeordnete Rolle. Im Inneren des Hoppers wird ein sogenanntes Hopperrad verwendet, dass am Rand abgesetzt ist um die Münzen aufzunehmen. Beim Auswurf der Münze wird von dieser ein Schalter betätigt, der erforderlich ist, um die Schrittwerke der Auszahlzählung weiterzuschalten. Dieser Schalter ist normalerweise in der Höhe einstellbar und erlaubt so eine Anpassung an geringfügig unterschiedliche Münzdurchmesser. Reicht dieser Einstellbereich nicht aus, muss das Hopperrad gegen eines für größere Münzdurchmesser getauscht werden.
Bild: Hopper(Hersteller: Bally) Bei den am häufigsten zu findenden Vertreter dieser Generation, den Bally Geräten, konnte beispielsweise ein Hopper der ursprünglich für US-Quarters konzipiert war, meistens problemlos auf 10Pf oder 1DM Stücke eingestellt werden. Daher bereitet die Umrüstung auf 5Cent-,20Cent-, 50Cent oder 1Eurostücke ebenfalls wenig Probleme. Auch 20 Cent Stücke werden von den meisten Hoppern trotz ihrer merkwürdigen Rändelung problemlos verarbeitet. Elektronische Geräte
Bild: Coin Comparitor
Dies ist ein Universalmünzprüfer, in den eine Referenzmünze der gewünschten Münzsorte eingelegt wird, die dann mit der eingeworfenen dimensionell und auf einige elektrische Eigenschaften hin verglichen wird. Bei positiven Vergleich wird die Münze akzeptiert und ein Kredit aufgezählt. Der Umbau erstreckt sich also lediglich auf den Austausch der Referenzmünze. Hierbei ist allerdings die wiederum zu prüfen, ob der restliche Münzweg für die teilweise recht dicken Euromünzen tauglich ist oder nicht. Im negativen Falle muss hier wieder etwas nachgearbeitet werden. Die Auszahlung funktioniert wie bei den e-m Geräten mittels Hoppers, allerdings wird der Auswurf einer Münze bei neueren Geräten häufig statt eines Schalters mit einer Lichtschranke überwacht, die sicher von der Münze unterbrochen werden muss, damit alles einwandfrei funktioniert. (Achtung: Die Coin Comparitors haben deutliche Schwierigkeiten mit den neuen Bi-Metallmünzen, wie dem 1 Euro- und dem 2 Eurostück. Teilweise nehmen sie nur 50% der eingeworfenen Münzen an, momentan ist mir kein Weg bekannt, dies zu ändern. Wenn das Gerät also für diese Münzen eingerichtet werden soll, empfehle ich einen mechanischen Münzprüfer oder einen speziell für diese Münze einstellten elektronischen Münzprüfer. Außerdem ist zu beachten, dass Coin Comparitors nicht über eine Rückgabetaste verfügen. Ist die neue Münze kleiner als die ursprünglich verwendete, besteht durch den Münzeinwurf immer noch die Möglichkeit, eine größere einzuwerfen, dies führt zum Blockieren des Münzweges. Man muss also zusätzlich den Münzeinwurf ändern, andernfalls besteht keine Möglichkeit eine derartige falsche Münze ohne Öffnen des Gerätes zu entfernen.)
Vollständig abgeschlossen ist der Euroumbau allerdings erst, nachdem alle Münzschilder entsprechend der neuen Münzsorte geändert worden sind. |
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