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Restauration Flipper "Attack from Mars"

Ursprünglich wollte ich mich auf dieser Seite nur mit Banditen beschäftigen, aber ich habe im letzten Jahr auch mal einen Flipper restauriert und wollte das Ergebnis hier nun zeigen.

Mit Flippern beschäftige ich mich schon länger als mit Banditen, ich habe auch immer mal Geräte in den letzten 30 Jahren zu Hause gehabt, aber in den letzten Jahren sank mein Interesse an diesen Geräten. Als ich vor einigen Jahre jedoch an meinem Lieblingsurlaubsort an der Nordsee in einer Spielhalle dieses Gerät sah, erwachte in mir die Idee mal einen Flipper zu machen. Es dauerte mehrere Jahre bis der Besitzer bereit war mir das Gerät zu verkaufen, aber Geduld ist Teil dieses Hobbies. Der Flipper ein "Attack from Mars" gehört zuden besonders gesuchten und daher auch recht teueren Geräten.

Die beiden folgenden Bilder zeigen das Gerät noch am Aufstellort

Alles andere wäre für mein Projekt auch nicht geeignet, da ich das Gerät in einen neuwertigen Zustand versetzen wollte und ein Gerät mit nur geringem Verkaufswert kommt dafür nicht in Frage. Für mich war von Anfang an klar, dass ich dass Gerät nach der Restauration wieder verkaufen wollte und es sollte zumindest kostendeckend funktionieren. Für mich ist die Restauration selber der Spass, flippern finde ich mittlerweile nicht mehr so spannend.

Das Gerät konnte ich in einem guten Deal bekommen und habe es dann erstmal zu mir nach Hause geholt. Schnell war klar, dass ich eine neue Spielfläche benutzen werde, da die alte die üblichen AFM Abspielungen in nicht geringer Stärke aufweist. Das Gerät kam direkt aus der Aufstellung und war in einem wirklich schlechten Zustand, optisch und technisch.

Starke Abspielungen und eine gewisse Patina waren nicht zu übersehen.

Ein Teil des Spielfeldes im Urspungszustand....

...und nach Fertigstellung des Gerätes

Das ganze Gerät war extrem schmutzig

Üblicher Fehler: die Steckverbindung für die Allgemeinbeleuchtung ist völlig verschmort.

Ich habe als erstes alles technischen Fehler behoben, um zu wissen wo die Probleme liegen. Kaputt waren unter anderem der Diverter, die Motortargetbank, das Display (bzw. hier nur die Elkos auf dem A/V Board), jede Menge Kontakte, viele Plastics, das UFO (Strobelight), ein Teil der GI usw. Nach einem knappen Tag lief das Gerät technisch einwandfrei bis auf Sachen, für die ich E-Teile brauchte. Danach habe ich erstmal die Spielflächeoberseite komplett abgebaut, alles gereinigt und wieder zusammengebaut. Dadurch wusste ich ziemlich genau, welche Teile ich hier noch brauchte. Danach habe ich das Gerät ca. eine Woche gespielt, bevor ich mit der Komplettzerlegung angefangen habe.

Das Innere des Geräte zeigt deutlich die Spuren von 16 Jahren in der Aufstellung

Hier sind schon alle Teile aus dem Gehäuse entfernt

Angefangen habe ich mit dem Gehäuse, das von innen auch schon bessere Tage gesehen hatte. Ich habe alles -inclusive der vergilbten Masseleitungen und der ebenso gruselig aussehenden PVC Schläuche- ausgebaut, so dass das Gehäuse komplett nackt war. Die alte Gehäusebedruckung habe ich auch komplett entfernt. Danach wurde das Gehäuse komplett gespachtelt, geschliffen (auch auf der Unterseite) und wieder wie original lackiert.

Die Backbox ist fertig vorbereitet

Alle Masseleitungen wurden erneuert (Verlauf wie original), alle verzinkten Metallteile neu verzinkt und neue Gehäusedecals angebracht. (diese Arbeit ist übrigens problemlos von einer Person alleine zu erledigen, man sollte allerdings ähnliches schon mal gemacht haben.)

Die Metallteile vor und nach dem Verzinken

Die Backbox mit den neuen Aufklebern

Die Gehäuseaufkleber sind angebracht

Parallel zu den Gehäusearbeiten habe ich die Spielfläche komplett zerlegt und in einzelnen Baugruppen incl. Kabelbaum intensivst gereinigt und überholt. Jede Baugruppe (z.B eine einzelne „Alienmachanik“) wurde dann verpackt und eingelagert. Dann wurden alle Schrauben etc getumblet und nach Typen in Sortierkästen gelegt. In der Zwischenzeit kamen die ersten E-Teile an und wurden ebenfalls erstmal Beiseite gelegt. Anschliessend wurde das Gehäuse wieder zusammengebaut.

Eine Baugruppe vor und nach der Reinigung -hier wurde kein neues Teil verwendet, sondern nur intensiv gereinigt

Die Spielfläche während der Totaldemontage

Das Gehäuse von innen mit neuen Masseleitungen, PVC-Schläuchen und gereinigtem Kabelbaum

Das fertige Gehäuse- unglaublich aber wahr, auf dem Bild ist die Spielflächenscheibe eingebaut. Es handelt sich um eine entspiegelte Scheibe- absolut toll!

Das fertige Gehäuse-noch ohne Spielfläche

Modifikationen wie Spiegelbleche, Topper usw. sind nicht so mein Ding, deswegen wurden nur leichte Veränderungen durchgeführt, die auch alle vollständig rückbaubar sind, wie Umrüstung aud LEDs, Protectoren unter den Plastics, Aufkleber auf dem Backboard
Das Gehäuse war damit fertig und es kam noch eine entspiegelte Scheibe rein. Alle Aufkleber, wie Typenschilder etc. habe ich in Freehand nachgebaut und gedruckt. Auch hier soll schliesslich alles stimmen. Während des Wartens auf die Spielfläche kam das Projekt erstmal in eine Ruhephase, in der nur kleinere Arbeiten wie Platinenreinigung erledigt wurden.

Neue (links) und alte Spielfläche

Der eigentliche Zusammenbau ist keine grosse Sache,wenn man die Zerlegung ausreichend dokumentiert hat. Während der Reinigung der Kabelbäume habe ich auch die meisten der Kabelbinder getauscht, das diese doch schon etwas gelblich waren und dabei gleich alle ins Kopfteil gehenden Stecker mittels spezieller Kabelbinder und einen Beschriftungsgerät mit der entsprechenden Steckernummer versehen. Ist eine Hilfe, auch wenn es nicht wirklich nötig ist

Während des Zusammenbaus

Alle Aufkleber sind originalgetreu nachgebaut

Die Spielfläche kurz vor der Fertigstellung

Nach dem Einsetzen der Spielfläche in das Gehäuse ging das Gerät sofort problemlos ins Spiel, lediglich einige kleine Kontaktjustagen waren erforderlich.
Alle Original Manuals habe ich mittlerweile auch in einem neuwertigen Zustand, nur der entsprechende Umschlag war mir nicht gut genug. Das es sich bei diesem Umschlag um ein –auch in den USA- seltenes Format handelt, habe ich einen solchen Umschlag selber gebaut.

Alle Unterlagen und Ersatzteiltütchen sind absolut neuwertig

Bei dieser Restauration wollte ich ein wirklich neuwertiges Gerät bauen, deshalb habe ich viele Teile getauscht, auch wenn es eigentlich nicht nötig gewesen wäre. Das Diplay beispielsweise war sofort komplett da, gleichmässig hell und ohne Fehlstellen. Wenn das Gerät aber ausgeschaltet war, konnte man minimal (!) dunklere Stellen sehen. Dies entspricht nicht meinem Anspruch, also wurde das Display getauscht, ebenso wie viele andere Sachen von denen ich hier nur die aufliste, die mir gerade einfallen.

• Gehäuseaufkleber
• Beinprotektoren
• Beine incl. Schrauben
• Masseleitungen
• Kassentür mit einem Einwurf
• Elektronischer Münzprüfer –programmiert auf 0,5€, 1,-€, 2,-€
• Abschußknopf
• Flipperknöpfe
• Siderails
• Spielfeldscheibenseitenführungen
• Spielfeldglasscheibe
• Knockerassembly
• Backbox Catch
• Sicherungsliste in der BackBox
• Technische Unterlagen Gehäuse
• Netzkabel (tausche ich immer aus)
• Lockbar
• Dot-Matrix Display
• Plexiglas vor DMD
• Neue Spielfläche
• Alls Spielfeldplastics incl. clear Plastics
• Spielfeldplasticprotektoren von Pinbits
• Flippermechaniken komplett mit neuen Fingern
• Crap - und Cow Rampe
• Schlagtürme komplett erneuert
• Slingshotarme
• Slingshotkontakte
• Haupt-Ufo (Plastik Part)
• Diverse Spulen
• Backboard Decals
• Blackout Modul (für Strobe Multiball) von Pinbits.com
• GI Stiftleiste und Connector
• Neue Kondensatoren auf Strobe- und AV-Platine
• Alle Glühlampen
• Mehrzahl der Lampenfassungen in der BackBox
• Spielfeld –geschaltete Beleuchtung mit LEDs bestückt
• Alle Spielfeldflasherflasher mit LEDs bestückt
• Backbox- teilweise- mit LED bestückt zur Reduzierung des GI Stromes
• Neuer „Stroker of Luck“ Scoop
• Teileweise neue Martian Targets
• „Moving“ Targetbank Führungen
• Manuals
• Etc.
Hier noch ein paar Bilder des fertigen Gerätes:

Kassenbereich mit neuem Münzprüfer

Auf den Slingshotplastics sind noch die Schutzfolien

Das Gerät ist mittlerweile in gute Hände verkauft..... Mach ihn nicht kaputt, Frank...!

 
   

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