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Elektronische Slot Machines
IGT Modell "Ten Times Pay" S+ Series (ca.1997)
Die ersten elektronischen Geräte, die in größerer Stückzahl hergestellt wurden, waren die Ballys der E-1000 Serie. Sie basierten noch auf den elektro-mechanischen Geräten, viele Teile waren identisch. Der Antrieb der Spielwalzen war gleich mit den letzten Geräten der elektro-mechanischen Serie. Lediglich die Abtastung der Walzen nach dem Stillstand geschah nicht mehr über Schleifer, sondern wurde von Opto-Kopplern übernommen. Der Starthebel war also bei dieser Technik noch zwingend notwendig. Auch in anderen Details war diese neue Geräte Generation dem Vorgänger recht ähnlich, die Tür entstand in grossen Teilen aus der Verwendung bereits bekannter Komponenten und viele Teile im Inneren waren ebenfalls alte Bekannte. Neu waren aber die elektronische Steuerung, die aber lediglich der Spielfreigabe, der Gewinnermittlung und der Auszahlsteuerung diente.
Andere Hersteller wie Aristocrat produzierten ebenfalls erste elektronische Banditen, die sich aber in der Funktion teilweise deutlich von den Ballys unterschieden. Aristocrat ging bereits bei den ersten Geräten dieser Generation einen neuen Weg was den Antrieb der Spielwalzen anging. Hier wurden zwar noch keine Schrittmotoren verwendet, aber der Antrieb geschah schon semi-elektrisch. Dabei wurden die Spielwalzen zu Beginn eines Spieles von Spulensets angeschlagen und in Drehung versetzt. Auch die Bremsung der Walzen erfolgte durch ein ähnliches Prinzip und wurde von der Elektronik gesteuert.
Mitte der Achziger Jahre begannen die Hersteller die Walzen motorisch anzutreiben, parallel dazu konnte der Spielstart nun auch per Knopfdruck ausgelöst werden. Der traditionelle Hebel an der rechten Seite wurde jedoch beibehalten. Es wurde und wird immer noch verhältnismäßig viel Aufwand getrieben, um das "Look and Feel" beim Betätigen des Hebels beizubehalten. Im Gegensatz zu Geräten mit mechanischem Walzenantrieb wird aber nur noch ein Schalter betätigt.
Allen frühen elektronischen Geräten ist jedoch eines gemeinsam, die Stellung der Walzen am Ende eines Spieles war rein zufällig. Damit war auch das Auftreten des maximalen Gewinnes statistisch einfach berechenbar (davon ausgehend, dass die Symbole für den Maximalgewinn auf jeder Walze einmal vorhanden waren) und ergab sich die zu erwartende Wahrscheinlichkeit einfach aus der Formel: (Anzahl Stoppositionen Walze1 x Anzahl Stoppositionen Walze2x Anzahl Stoppositionen Walze3). Demzufolge war die Chance diesen maximalen Gewinn zu bekommen, relativ groß und die zu erzielende Gewinnsumme daher relativ niedrig. Dies änderte sich jedoch ca. Anfang der neunziger Jahre mit der Einführung der Schrittmotortechnik. Nun war es möglich die Walzen an jeder gewünschten Position anzuhalten. Dadurch konnte man massiven Einfluss auf die Häufigkeit bestimmter Walzenstellungen nehmen. Der erste Hersteller, der diese Technik in seinen Maschine einsetzte, war die japanische Firma Universal. Geschickte Programmierung der möglichen Walzenstellungen gauckeltem dem Spieler vor, nur knapp an einer Gewinnkombination vorbeigeschrammt zu sein und hielten dadurch sein Interesse wach. Bei diesen "near miss" Walzenstellungen liefen auf den ersten beiden Walzen mit relativ großer Häufigkeit die Symbole ein, die für den Höchstgewinn des Automaten erforderlich waren. Die dritte Walze zeigte dann aber fast immer ein Feld über oder unter dem dritten Symbol. Der hinter diesem System stehende Algorithmus wurde allerdings relativ schnell für unzulässig erklärt. Die Firma IGT ließ sich kurz darauf ein anderes System patentieren, das ähnlich Ergebnisse zu Tage brachte, aber als legal eingestuft wurde. Mehr dazu auf der Seite "Elektronische Slot Machines: Funktion"
Eine weitere Neuerung, die durch die Einführung der elektronischen Banditen möglich wurde, sind die Mega-Jackpots. Hier werden mehrere Geräte zu einem Verbund zusammengeschlossen, die auf einen gemeinsamen Jackpot spielen. Vom Spieleinsatz eines jeden Gerätes wird ein gewisser Anteil in diesen Jackpot eingezahlt. Man nennt dieses System "Progressive Jackpot. Jedes angeschlossene Gerät hat die Möglichkeit, diesen Jackpot zu gewinnen. In den USA sind häufig eine sehr große Zahl von Banditen derartig miteinander verbunden, der Jackpot steigt dann schon mal auf Höhen über $ 10.000.000! Damit diese Jackpotgrößen aufgebaut werden können, sind natürlich extrem niedrige Wichtungen für die entsprechende Kombination nötig, vor allen Dingen, da sehr viele Geräte im Netzwerk betrieben werden können.
Im Laufe der nun schon fast zwanzigjährigen Geschichte der elektronischen Slot Machine ist ein Hersteller mittlerweile besonders erfolgreich, die Firma IGT. Man kann von einer ebenso marktbeherrschenden Stellung sprechen, wie die Firma Bally sie im elektro-mechanischen Zeitalter innehatte. IGT Geräte der S- und der S-plus- sowie die neue S2000-Series sind heute Standard in jedem amerikanischen Casino. Darunter sind viele Geräte, die sich schon seit über zehn Jahren großer Beliebtheit erfreuen wie "Double Diamond", "Red White &Blue" oder "5 Time Pay" um nur einige zu nennen. Allerdings verfügt auch die Firma Bally mit ihren "Proslot Series" Geräten über einen beachtlichen Marktanteil. Steigend ist auch der Anteil vom WMS dem dritten amerikanischen Hersteller. Sigma und Universal aus Japan sowie Atronic aus Deutschland runden das Bild ab. In Europa findet man außerdem noch Geräte der spanischen Firmen Franco und Cirsa, die unter dem Namen Unidesa vertrieben werden, sowie Geräte von Novomatic aus Österreich.
Allen gemeinsam ist, dass die elektronische Steuerung den Herstellern neue Möglichkeiten der Spielgestaltung gab. So konnten sogenannte "Wild Symbols" eingeführt werden, die jedes andere Symbol auf der Gewinnlinie ersetzten. "Bar-Bar-Wildsymbol" ist dann also gleichbedeutend mit Bar-Bar-Bar". Manchmal verdoppeln oder vervielfachen diese Symbole aber auch den ursprünglichen Gewinn. Bei IGTs "5 Time Pay" gibt beispielsweise ein zwei Kirschen Gewinn bei maximalem Einsatz (5 Münzen) 15 Münzen Auszahlung. Das Wild Symbol bei diesem Gerät verfünfacht, daher gewinnt eine Kirsche zusammen mit diesem Wildsymbol den normalen zwei Kirschen Gewinn multipliziert mit fünf, also 75 Münzen! Bei zwei Wildsymbolen auf der Payline wird der Gewinn, der sich aus dem Symbol der übrigen Walze bestimmt, verfünfundzwanzigfacht. Dumm wenn dann die dritte Walze kein Symbol anzeigt. Im Gegensatz zu den meisten Geräten alter Bauart, sind bei neueren elektronischen Geräten die Walzen nicht mehr an jeder Halteposition mit einem Symbol versehen, einige sind leer. Man redet bei diesen leeren Feldern von den sogenannten "Blanks" (engl.: leer).
Eine weitere Besonderheit bei einigen Geräten sind "Moving Bars", dies sind Symbole, meistens zeigen sie ein "Bar", die zusätzlich richtungsorientierte Ornamente zeigen, die nach oben oder unten deuten. Landet eines dieser Symbole eine Position unter der Payline und zeigt das darauf abgebildete Ornament nach oben, bewegt sich die Walze in die entsprechende Richtung. Entsteht auf diese Art auf der Payline ein Gewinn, wird dieser gegeben. Dieses Feature bezeichnet man auch als "Nudge".
Neuerdings entstehen auch Banditen, die über Zusatzspiele auf separaten Monitoren verfügen, die Vielzahl dieser Varianten würde aber hier den Rahmen sprengen.
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