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Elektronische Slot Machines

Funktion

 

Die Funktionsweise von elektronischen Slot Machines unterscheidet sich deutlich von der ihrer Vorgänger. Mit Ausnahme der ersten Generation von elektronischen Banditen, die noch deutliche technische Anleihen bei ihren Vorgängern machen, werden alle Funktionen moderner Geräte von einer zentralen Steuereinheit übernommen, der sogenannten CPU. Zum besseren Verständnis des inneren Aufbaues einer derartigen ausgerüsteten Slot Machine, sind hier die Innenansichten zweier Maschinen abgebildet, die momentan die Majorität in den meisten Casinos stellen. Das erste Bild zeigt eine Maschine des Herstellers IGT und zwar ein Gerät aus der S-plus Serie. Diese Serie wurde vor kurzem zwar durch die S-2000 Serie abgelöst, die Unterschiede sind aber nicht derart, dass sie hier relevant wären. Die zweite Abbildung zeigt eine Bally Maschine der S-5500 Serie, die ebenfalls vor kurzem durch die S-6000 Serie abgelöst wurde.


Bild: IGT S-plus Serie "Spin Til You Win" ca. 1993

Bild: Bally S5500 Serie "Black & White Double Jackpot" ca. 1996

Wie man erkennen kann, sind beide Geräte vom prinzipiellen Aufbau sehr ähnlich. Beide beinhalten im wesentlichen die gleichen Hauptbaugruppen: Walzeneinheit mit Schrittmotoren (deshalb werden solche Geräte auch vielfach als "Stepper Slots" bezeichnet, (vom englischen Step= Schritt), CPU und Hopper. Die CPU enthält spezielle Bausteine auf denen der grundsätzliche Funktionen, wie Walzen und Hoppersteuerung gespeichert sind. Die spielspezifischen Funktionen, wie Gewinne und Walzenstellungswahrscheinlichkeiten sind ebenfalls in einem derartigen Baustein abgespeichert. Auf die grundsätzlichen Funktionsweise einer CPU einzugehen würde den Umfang dieser Seite sprengen und wäre, da sich diese Funktionsweise nur unwesentlich von anderen Steuereinheiten, wie sie zum Beispiel auch in Waschmaschinen verwendet werden, eher langweilig. Deshalb verzichte ich darauf. Wesentlich interessanter sind einige Regeln und Abläufe, die unmittelbar mit der Funktion des Banditen zu tun haben.

Die für mich interessanteste dieser Regeln ist die der Gewinnwahrscheinlichlichkeit. Bei der Betrachtung der elektro-mechanischen Banditen wurde festgestellt, dass es bei einer Symbolzahl von 22 auf jeder Walze genau 22x22x22=10648 mögliche Kombinationen gibt. Daraus lässt sich die Gewinnwahrscheinlichkeit sehr einfach berechnen. Resultierend aus dieser relativ niedrigen Anzahl von Kombinationen waren allerdings auch nur verhältnismäßig kleine Gewinne möglich, schließlich sollen alle diese Geräte Gewinn abwerfen und zwar für den Betreiber. Einige Versuche mit Hilfe einer vierten oder sogar fünften Walze mehr Kombinationen zu erzeugen, was dabei half, den maximal möglichen Gewinn zu erhöhen, wurden zwar unternommen, aber nie vom Spieler richtig angenommen. Der klassische Bandit musste drei Walzen haben. Die nächste Möglichkeit wäre es die Anzahl der Symbole auf jeder Walze zu erhöhen, was sich aber auch nicht als besonders praktikabel herausstellte. Wie kommen nun die hohen Maximalgewinne moderner Maschinen zustande, die immer noch 22 Positionen pro Walze haben?

Hier kommt die Elektronik ins Spiel, bzw. das Programm, das auf dem Game Eprom gespeichert ist. IGT hat da ein simples, aber sehr wirksames System entwickelt, die sogenannten virtuellen Walzen. Man vergisst man für einen Moment die realen Walzen und stellt sich eine Walze vor, die deutlich mehr Symbole beinhaltet, beispielsweise 64. Ein Bandit mit 64 Symbolen auf jeder Walze würde 64*64*64=262144 mögliche Kombinationen bieten, vorausgesetzt die Maschine hätte 3 Walzen. Würde ein maximaler Gewinn innerhalb dieser hohen Anzahl an Kombinationen lediglich einmal vorkommen, könnte ein entsprechender Gewinn deutlich höher ausfallen. Die reale Walze hat aber lediglich 22 Symbole bzw. Stopp-Positionen. Das Programm macht nun folgendes: es ordnet jeder der 22 Walzenpositionen eine oder mehre Symbole der virtuellen Walze zu. Am Beispiel des IGT "Spin Til You Win", dessen Bild oben auf der Seite zu sehen ist, wird dieses im folgenden einmal näher betrachtet. Zuerst eine Tabelle der realen Walzenbelegung:

Auf Walze 3 sind drei spezielle Symbole zu erkennen:

  • "Joker" - Er ersetzt jedes andere Symbol gleichwertig und gibt auch ohne passende Symbole auf den ersten beiden Walzen einen Gewinn
  • "Spin Til You Win" - Sobald dieses Symbol auf der dritten Walze einläuft, werden solange ohne zusätzlichen Einsatz neue Spiele gestartet, bis ein Gewinn einläuft. Zusätzlich wird ein Gewinn gegeben.
  • "Double Jackpot" - Dieses Symbol hat den gleichen Effekt wie der Joker, aber alle Gewinne werden verdoppelt

# Walze 1 Walze 2 Walze 3
1 Leer Leer Leer
2 Bar Doppel-Bar Doppel-Bar
3 Leer Leer
Leer
4 Doppel- Bar Bar Joker
5 Leer Leer Leer
6 Bar Doppel-Bar Dreifach-Bar
7 Leer Leer Leer
8 Dreifach-Bar Dreifach-Bar "Spin Til ..."
9 Leer Leer Leer
10 Bar Doppel-Bar Doppel-Bar
11 Leer Leer Leer
12 Doppel-Bar 7 Joker
13 Leer Leer Leer
14 Bar Doppel-Bar 7
15 Leer Leer Leer
16 7 Bar Dbl.-Jackpot
17 Leer Leer Leer
18 Bar Doppel-Bar Dreifach-Bar
19 Leer Leer Leer
20 Dreifach-Bar Dreifach-Bar Joker
21 Leer Leer Leer
22 Bar Doppel-Bar Bar

Aus dieser Walzenbelegung ergibt sich folgende Anzahl der einzelnen Symbole:

Walze 1 Walze 2 Walze 3
7
1 1 1
Bar
6 2 1
Double Bar
2 6 2
Triple Bar
2 2 2
Blank
11 11 11
Joker
0 0 3
Double Jackpot
0 0 1
Spin 0 0 1
Gesamt 22 22 22

Das Programm erstellt jedoch seine eigenen "virtuellen Walzen". Im Falles des "Spin Til You Win" hat jede dieser virtuellen Walzen 64 Positionen. In der folgenden Tabelle wird dargestellt, auf welche Symbole sich diese 64 Positionen verteilen.

Lesebeispiel: Auf der realen Walze 1 ist das Symbol "7" genau einmal vorhanden. Statistisch würde sich daraus eine Einlaufwahrscheinlichkeit von 1:22 ergeben. Auf der virtuellen Walze 1 ist das Symbol "7" allerdings 4 mal vorhanden. Bei 64 Haltepositionen ergibt sich daher eine Einlaufwahrscheinlichkeit von 4:64 = 1:16. Da die realen Walzen lediglich als Anzeige für das Computerprogramm dienen, läuft eine "7" auf Walze 1 im Spiel also häufiger ein, als es ihrer Anzahl auf den Walzenstreifen entspricht. Dies ist natürlich nicht bei allen Symbolen der Fall. Betrachtet man die "7" auf Walze drei, so ist auch sie auf dem realen Walzenstreifen einmal vorhanden und entspräche also auch einer Einlaufwahrscheinlichkeit von 1:22, genau wie auf Walze 1. Auf der virtuellen Walze 3 taucht die "7" jedoch nur einmal auf, die "7" würde also in einem realen Spiel nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 1:64 einlaufen.

Walze 1 Walze 2 Walze 3
7
4 2 1
Bar
23 4 3
Double Bar
2 19 2
Triple Bar
4 4 6
Blank
31 35 42
Joker
0 0 7
Double Jackpot
0 0 1
Spin 0 0 2
Gesamt 64 64 64

Auf dem folgenden Bild ist der Gewinnplann des "Spin Til You Win" zu sehen:

Bild: IGT S-plus Serie "Spin Til You Win" ca. 1993

(Man beachte übrigens, dass die Beschriftung französisch ist, wenn jemand diese Scheibe in der englischen Version hat, bitte melden!)

Wenn man jetzt die Auszahlquote dieses Gerätes berechnen will, muss man natürlich die "virtuellen Walzen" als Berechnungsgrundlage nehmen. Bei 64 möglichen Haltepositionen gibt es 64x64x64= 262144 Kombinationen. Bei der Berechnung ist zusätzlich zu beachten, dass hier sogenannte "Mixed Bars" Gewinne möglich sind. Darunter versteht man solche Gewinnkombinationen, die sich durch die Kombination verschiedener "Bar" Felder ergeben. Die Berechnung der Auszahlquote ist im nächsten Bild dargestellt.

Bild: Auszahlquote "Spin Til You Win"

Wie man sieht, ist die Auszahlquote mit knapp 90% bei einem Einsatz von 3 Münzen recht hoch.

 
   

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