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Elektronische Slot Machines

Progressive Jackpot Anlagen

Einleitung 

Zuerst möchte ich die Installation eines „Stand Alone Progressive System“ in einen IGT S-Plus beschreiben. Ich bin mir durchaus bewusst, dass alleine durch die benötigten Teile und die erforderliche Hard- und Software dieser Umbau den meisten S-Plus Besitzern verwehrt bleiben wird. Allerdings werden einige Komponenten immer mal wieder in eBay (USA) angeboten, was vielleicht für den einen oder anderen eine Möglichkeit darstellt.

Danach werde ich den ein verlinktes Jackpotsystems beschreiben, bei dem mehrere Geräte auf einen gemeinsamen Jackpot spielen können.

Was bedeutet "progressive Jackpot"?

Es gibt mehrere Möglichkeiten den Topgewinn eines Banditen progressiv zu gestalten, aber zuerst einmal gilt es die Frage zu beantworten, was eigentlich „progressiv“ bedeutet.

Ein Standardgewinnplan für eine Slotmachine sieht einen Höchstgewinn in Form einer festen Anzahl Münzen vor (Beispiel 10.000 Coins, die Angabe erfolgt in Münzen, damit nicht für jede Münzsorte ein neues Glas gedruckt werden muss, progressive Jackpot werden aber fast immer in Dollar, Euro etc. angeben). Im Unterschied dazu kann man den Maximalgewinn aber auch variabel gestalten und ihn in Abhängigkeit der eingeworfen Münzen „progressiv“ erhöhen (streng genommen ist es eigentlich ein linearer Jackpot, da die Steigerung linear zur eingeworfenen Münzanzahl ist). Dabei wird von jeder eingeworfenen Münze ein festgelegter Prozentsatz auf den aktuellen Stand des Maximalgewinns addiert und die Summe stellt den neuen Maximalgewinn dar. Beispiel: Es wird ein Basismaximalgewinn von 10000 Euro an einer Maschine mit einem Euro Mindesteinsatz pro Spiel festgelegt. Dieser Gewinn kann nur gewonnen werden, wenn die Maschine mit der maximalen Münzzahl gespielt wird, meisten also 3 Münzen. Für jede eingeworfene Münze wird ein ebenfalls vorher definierter Erhöhungsbetrag auf den bisherigen Maximalgewinn addiert. In unserem Beispiel sollen es 2% des Wertes der Münze sein, mit der gespielt wird, also 2 Eurocent. Wenn der Startbetrag 10000 Euro ist, steigt dieser Wert mit jeder eingeworfenen Münze um 2 Cent an, bzw. um 6 Cent wenn mit 3 Münzen Einsatz gespielt wird. Der Betrag steigt also auch an, wenn in einem Spiel der Jackpot gar nicht gewonnen werden kann, da nicht mit der erforderlichen Anzahl Münzen gespielt wird. Wird der Jackpot gewonnen, wird er automatisch wieder auf den Ausgangswert zurückgesetzt. Bevor dies geschieht, kann der Jackpot allerdings erstaunlich hohe Werte erreichen und damit einen hohen Anreiz bieten, an diesem Gerät zu spielen. Ein progressiver Jackpot steigert im Übrigen auch die Auszahlqoute einer Slotmachine, in unserem Beispiel hier um genau 2%. Dies muss bei der Auswahl der Basisquote berücksichtigt werden.

Einbau eines "Stand Alone" Progressive Systems"

Wie schon weiter oben erwähnt, möchte ich hier den Einbau eines solchen Systems in einen IGT S-Plus erklären, zunächst aber mal eine Aufstellung aller benötigten Teile. Das Herz des Systems ist ein „Standalone Progressive Board“. Dies ist die Zentraleinheit, die die komplette Verwaltung aller mit dem Jackpot in Zusammenhang stehenden Daten für ein einzelnes Gerät regelt. Ich verwende hier ein Produkt der Fa. Mikohn. (Ebenfalls erhältlich sind Controller, die mehrere Geräte kontrollieren können. Dann können alle angeschlossenen Geräte auf einen gemeinsamen Jackpot spielen. Sogar Lösungen bei denen die Geräte nicht einmal mehr im gleichen Casino stehen müssen und trotzdem auf einen gemeinsamen Jackpot spielen, werden realisiert.) Diese Einheit steuert auch das Progressive Display an, auf dem der gerade aktuelle Betrag zu erkennen ist. Es gibt grundsätzlich 2 verschiedene Displayarten, Chameleon- und Photondisplays. Ein Chameleondisplay besteht aus einer Matrix von dreifarb-LED’s und kann neben Zahlen auch Text darstellen, während ein Photondisplay eine klassische 7-Segmentanzeige zur Basis hat und damit auf die Darstellung von Ziffern beschränkt ist. Ein Controller kann mehrere Displays ansteuern. Auch gibt es bei den Displays verschiedene Größen, die kleinsten können direkt in das Oberteil der Maschine eingesetzt werden. Bei den meisten Glasscheiben ist der Hauptgewinn nur als Aufkleber gestaltet und kann relativ einfach gegen ein Display getauscht werden.

Bild: Komponenten des "Stand Alone" Systems

Neben dem Controller und dem Display werden auf der Hardwareseite lediglich nur ein paar Kabel benötigt, die recht einfach herzustellen sind. Als erstes wird der Controller in das Oberteil des Gehäuses eingebaut. Der Controller sitzt auf einem eigenen Netzteil und ist recht einfach zu befestigen. Dieses Netzteil muss allerdings noch mit Spannung versorgt werden, dies ist recht einfach zu erledigen, da die meisten Slots an ihrem Netzteil über eine Servicesteckdose verfügen. (Achtung: Unbedingt alle Spannungen prüfen. Amerikanische Geräte arbeiten mit 110V! Auch die Spannung des Netzteils des Controllers checken!) Als nächstes kann das Display montiert werden. Mein Display ist ein Chameleon Typ in einem separaten Gehäuse, das auf dem Oberteil der Slotmachine verschraubt wird. Das Flachbandkabel des Displays wird dann einfach in den Controller gesteckt. Danach muss der Controller noch mit der CPU des Banditen verbunden werden. Bei einem IGT Gerät befindet sich der nötige Anschluss auf dem Motherboard (das ist das fest mit dem Gerät verschraubte waagerecht liegende Board in das die CPU eingesteckt wird). Die entsprechende Buchse ist mit „J12“ gekennzeichnet. Pin 1 ist mit einem weissem Dreieck gekennzeichnet.

Bild: Anschluss J12 auf dem IGT Motherboard

Auf der Controllerseite heißt der Anschluss „J4“. Das Verbindungskabel zwischen diesen beiden Anschüssen muss folgendermaßen verschaltet sein:

 

Motherboard „J12“ Pin 1------------------------Controller “J4” Pin 2

Motherboard „J12“ Pin 3------------------------Controller “J4” Pin 5

Motherboard „J12“ Pin 4------------------------Controller “J4” Pin 1

Alle anderen Pins sind nicht belegt.

 Damit ist der Hardwareteil des Einbaus abgeschlossen.

Bild: "Stand Alone" Einheit eingebaut

Jetzt müssen noch die DIP-Schalter auf der CPU der Slotmachine auf Progressivebetrieb geschaltet werden und das ganze System muss noch programmiert werden. Darunter ist die Programmierung der verschiedenen Jackpotparameter, aber auch einiger grundlegender gerätespezifischer Parameter, die für die Kommunikation zwischen Maschine und Controller erforderlich sind, zu verstehen. Für die Programmierung benötigt man einen PC mit der entsprechenden Software von Mikohn und ein spezielles serielles Kabel. Ich möchte hier nicht zu sehr in die Details der Programmierung gehen, wer da speziellere Informationen braucht, kann sich gerne an mich wenden. Mein System ist ein Bandit mit einem Euro Mindesteinsatz pro Spiel, 95% Basisauszahlquote, 2% pro Münze werden auf den Jackpot aufgezählt, Gesamtquote dadurch 97%. Um die Erhöhung des Jackpotbetrages optisch ansprechender zu gestalten, verwende ich die sogenannte Odometer Option, bei der sich die Anzeige wie der Kilometerzähler in einem Auto verhält, dass heißt die letzte Zahlen wechseln nicht schlagartig sondern „rollen“ aus dem Display hinaus. Ferner habe ich das System so programmiert, dass nach ca. 2 Minuten ohne Münzeinwurf ein durchlaufender Werbetext auf dem Display angezeigt wird, der zum Spielen animieren soll. Die Software zur Programmierung erlaubt viele verschiedene Einstellungen auch für den Textmode, wie zum Beispiel Farbwechsel, einstellbare Durchlaufgeschwindigkeiten, Anzeige des aktuellen Jackpotstandes eingebettet in einen Text etc..

Link Progressive Jackpot

Ein Link Progressive System braucht andere Komponenten. Für das gesamte Sytem, an das bis zu 32 Maschinen angeschlossen werden können, braucht man nur einen Progressive Controller, aber pro angeschlossenes Gerät einen Diplay Controller. Die Display Controller werden vom zentralen Jackpot Controller angesteuert. Zusätzlich zu den in den Geräten befindlichen Display kann man noch zentrale Displays ansteuern. Jeder der schon mal in einem Casino war, wird diese "Jumbo" Displays schon mal gesehen haben.

 

Bild: Komponenten des "Linked Progressive Systems"

Auf dem oberen Bild sind die Hauptbestandteile eines solchen Systems zu erkennen. Ganz oben ist ein grosses "Chameleon Display (dreifarbig) zu sehen, am unteren Rand zwei kleine Chamelaon Displays. Die entsprechenden Controller sind and der linken Seite zu erkennen. Der silberne Kasten auf der rechten Seite ist der eigentliche Jackpotcontroller.

Auf dem nächsten Bild ist ein "Mini Photon" Display zu sehen. Dabei handelt es sich im wesentlichen um eine 7 Segment Anzeige, die nur den reinen Jackpotbetrag in Zahlen anzeigen kann. Solch kleine Anzeigen werden normalerweise für Doppeljackpotanlagen verwendet.Dies sind Anlagen, die einen grossen Jackpot haben und zusätzlich einen zweiten kleineren, sozusagen ein zweiter Preis.

Bild: Mini Photon Display

Die nächsten beiden Bilder zeigen ein komplettes System probehalber ausserhalb der Maschinen komplett installiert. Ein solches System zu verkabeln und einzurichten ist recht komplex, deshalb spare ich mir hier eine detaillierte Beschreibung. Wer Fragen hat, kann mich gerne anmailen.

Bild: Link Sytem Versuchsaufbau

Bild: Link System Versuchsaufbau 2

 
   

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