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Mechanische Slot Machines

Funktion

Im Folgenden werden die grundlegenden Funktionsabläufe einer mechanischen Slot Machine beschrieben. Da hierbei verschiedene Prozesse parallel ablaufen, habe ich mich bemüht, einen einzelnen vollständigen Spielzyklus in mehrere Teile zu zerlegen und zu beschreiben. Die in diesem Text verwendeten Bilder stammen von einer Aristocrat Maschine aus den sechziger Jahren, sind aber aufgrund der ähnlichen Bauart auch für die meisten anderen Hersteller wie Jennings, Mills etc. repräsentativ. Auf die Darstellung der Münzanahme möchte ich hier jedoch verzichten, da es hier doch zu viele verschieden Varianten gibt. Ihnen allen ist jedoch gemein, dass sie nur die Freigabe eines neuen Spieles und die Weiterleitung der Münze in die Münzröhre, den Jackpot oder die Kasse steuern.

Spielauslösung

Ein Spiel wird ausgelöst durch den Einwurf einer Münze und das Ziehen am seitlich angebrachten Hebel. Dies löst im Inneren der Maschine mehrere Aktionen aus.

Walzenlauf

Die Walzen einer mechanischen Slot Machine sind frei auf einem System von Wellen gelagert und drehen sich -einmal in Bewegung gesetzt- nur durch ihren eigenen Schwung. Wie aber werden sie in Drehung versetzt? Auf dem folgenden Bild sind die dafür verantwortlichen Komponenten zu sehen. Auf dem kleineren Bild, links unten in der Ecke, erkennt man die kreissägeblattartigen Indexräder. In einem späteren Abschnitt werden sie noch genauer betrachtet werden, hier reicht es ersteinmal festzustellen, dass jedes dieser Räder fest mit einer Walze verbunden ist. Die "Sägezähne" stellen die sogenannten Anschlagflächen dar, sie sind Kontaktpunkt für einen weiteren Mechanismus, der auf dem größeren Teil des Bildes zu sehen ist. Der obere Teil des Anschlagarmes wird während des Ziehens am Spielhebel, um die Drehachse in Richtung der ebenfalls auf dem Bild zu sehenden Münzröhre bewegt. Dabei wird er gegen die Kraft einer Feder gezogen. Beim Erreichen eines bestimmten Punktes wird der Anschlagarm entkoppelt und schnellt durch die Federkraft wieder in seine Ausgangslage zurück. Dabei schlägt die am oberen Teil des Anschlagarmes angebrachte Anschlagplatte auf die Anschlagflächen der Indexräder und versetzt diese und damit auch die mit ihnen verbundenen Walzen in Bewegung. Damit die Energie des Armes möglichst gut auf die Indexräder übertragen werden kann, werden die Anschlagflächen vorher durch den Ausrichter parallel ausgerichtet. Dies bewirkt, dass die Anschlagflächen aller drei Indexräder gleichmäßig getroffen werden.

Damit ist der Walzenstartzyklus abgeschlossen.

 

Bild: Walzenlaufmechanismus

Bremsen der Walzen

Die drehenden Walzen müssen nun wieder gestoppt werden und zwar in einer bestimmten Reihenfolge: Walze 1, Walze 2, Walze 3. Dieser Vorgang wird von einem Uhrwerk gesteuert, das mit den sogenannten Bremshebeln verbunden ist. Wie man auf dem kleineren Teil des folgenden Bildes erkennen kann, ist an jeder Walze ein Zahnrad angebracht. Bei der hier betrachteten Aristocrat Maschine ist es aus einem weissen Kunststoff, bei älteren Mills, Jennings etc. sind diese Räder meistens aus Metall. Die Anzahl der Zähne entspricht der Anzahl der möglichen Haltepunkte der Walze. (Interessanterweise gibt es Maschinen, bei denen es nur halb so viele Haltepunkte wie Symbole auf der Walze gibt, dies bedeutet dass die Walze nicht bei allen Symbolen stoppen kann. Meistens sind auf diesen nicht haltefähigen Walzenposition dann die Symbole angebracht, die den höchsten Gewinn geben würden. Wären dies beispielsweise "Glocken" würde der Spieler sehr häufig dieses Symbol eine Position oder unter der Gewinnlinie sehen aber nur selten darauf, nämlich dann, wenn dieses Symbol auf einer haltefähigen Position der Walze angebracht ist.) Auf dem größeren Teil des Bildes sind die Bremshebel zu erkennen, die zu bestimmten Zeitpunkten in diese Zahnräder einfallen und damit die entsprechende Walze anhalten. Diese Zeitpunkte werden durch ein Uhrwerk gesteuert, welches den Steuerhebel betätigt. Dieser ist auf der linken Maschinenseite (von vorne gesehen) drehbar gelagert, während die andere Seite mit dem Uhrwerk verbunden ist. Durch diese Anordnung ist der vom Steuerhebel zurückgelegte Weg auf der Uhrwerkseite am größten. Da alle drei Bremshebel in der gleichen Ebene an diesem Steuerhebel anliegen, fällt der Bremshebel von Walze 1 als erstes ab und stoppt damit die Walze, mit kurzer Verzögerung folgen die Walzen 2 und 3.

Bild: Bremsmechanismus

Das für die Steuerung dieses Vorgangs zuständige Uhrwerk ist ebenfalls einer genaueren Betrachtung wert. Das Uhrwerk wird durch die Betätigung des Spielhebels aufgezogen und lässt sich in seiner Geschwindigkeit beeinflussen, indem man den oben auf dem Uhrwerk angebebrachten Timerlüfter verbiegt. Eine größere Fläche bewirkt ein langsameres Laufen des Werkes und damit fallen die Bremshebel später in die Walzen-das Spiel dauert länger. Verkleinert man die Fläche nimmt der Luftwiderstand ab und das Uhrwerk läuft schneller.

(Tipp: Will man eine bestimmte Gewinnkombination testen, muss man einfach nur den Timerlüfter anhalten. Dies bewirkt, dass die Bremsen nicht einfallen und man kann die Walzen per Hand in die gewünschte Position bringen. Hält man die Walzen nun in dieser Position fest und gibt den Lüfter wieder frei. So fallen die Bremsen exakt an dieser Stelle ein.)

Bild: Uhrwerk

Gewinnermittlung

Nach dem Anhalten der Walzen wird ermittelt, ob ein Gewinn vorliegt. Dies geschieht folgendermassen:

Jede Walze mit einem Indexrad fest verbunden. Die rechte Walze (von vorne gesehen), im folgenden als Walze 3 bezeichnet, ist direkt mit ihrem Indexrad verschraubt. Die Walzen 1 und 2 sind mit ihren jeweiligen Indexrädern über Hohlwellen verbunden. Jedes Indexrad ist mit mehreren Löchern, den sogenannten Indexlöchern, versehen. Am Ende eines Spiels werden die Münzschiebertastarme durch Federkraft gegen die Indexräder gezogen. Trifft einer der Arme auf ein Loch in Indexrad 1, kann er weiter gegen das zweite Indexrad gezogen werden. Ist auch im zweiten Rad an dieser Position ein Loch, wird der Arm gegen das dritte Rad gezogen. Befindet sich an dieser Stelle des dritten Indexrades ebenfalls ein Loch, wird der Arm in seine maximal Auslenkung gebracht. Damit ist ein Gewinn ermittelt. Die Löcher in den Indexrädern korrespondieren mit den Symbolen auf den Walzen. Wie man auf dem Bild erkennen kann, sind die Löcher über die gesamte Breite des Rades verteilt. Bei der hier betrachteten Maschine sind insgesamt 7 derartiger Lochkreise vorhanden, ebenso viele wie Münzschieberarme. Das heißt, dass jeder Arm nur für einen einzelnen Lochkreis zuständig ist.

Bild: Gewinnabtastung

Die zweite Funktion die Münzschiebertastarme ist die Freigabe der einem möglichen Gewinn entsprechenden Anzahl von Münzen. Das nächste Bild zeigt wie dies im Detail geschieht.

Bild: Münzschiebermechanismus

Jeder der zu sehenden Münzschiebersperrarme sperrt einen unter Federzug stehenden Münzschieber aus dem Münzschieberpaket. In den einzelnen Münzschiebern liegen je nach ihrer Höhe unterschiedliche Anzahlen von Münzen. Der unterste beinhaltet beispielsweise lediglich 2 Münzen, was dem kleinstmöglichen Gewinn entspricht. Das komplette Schieberpaket enthält 18 Münzen, den möglichen Maximalgewinn, vom Jackpot einmal abgesehen. Die übrigen Gewinne dazwischen werden durch die Addition der verschiedenen Schieber abgedeckt.

Ertastet nun einer der Münzschiebertastarme einen Gewinn, wie weiter oben auf der Seite beschrieben wurde, wird die dem Gewinn zugehörende Anzahl von Münzschiebersperrarmen zu Seite gedrückt, was bewirkt, dass die entsprechenden Münzschieber aus ihrer Sperrung gelöst werden und nach hinten (nach rechts auf dem Bild) gezogen werden. Dabei fallen alle in den Schiebern enthaltenen Münzen in die Münzausgabeeschale. Während dieses Vorganges drehen die Münzschiebertastarme um eine Achse, die im Bild ansatzweise über dem Wort "Münzschiebertastarme" zu sehen ist.

Damit ist der Auszahlzyklus komplett.

Zusammenfassung

Da viele der oben angeführten Aktionen parallel ablaufen, sind die mechanischen Abläufe innerhalb der Maschine recht komplex. Ich denke aber, dass durch die Beschreibung einzelner Aktionen ein recht guter Überblick über die Funktionsweise eines mechanischen Banditen zustande kommt.

 
   

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